Karin Shefika Holzwarth, Alev Naqiba Kowalzik und Imke McMurtrie beherrschen das Wechselspiel zwischen Klang und Stille, zwischen Orient und Okzident, zwischen Tradition und Experiment. Die drei Musikerinnen haben sich unter Liebhabern orientalischer Klänge längst einen Namen gemacht. Gedichte von Yunus Emre, Hazrat Inayat Khan, Rumi und Vertonungen zeitgenössischer Texte bereichern das Repertoire der Gruppe.
Unsere Konzerte entfalten sich von einem inneren Ort der Achtsamkeit.
Wir möchten die Zuhörenden teilhaben lassen an dieser lauschenden Hinwendung, die die Lebendigkeit der Klänge, Melodien und Lieder stets aufs Neue zu erschaffen sucht. Unser musikalischer Weg verbindet westliche Polyphonie und Exaktheit im Zusammenklang mit der Annäherung an den orientalischen Ansatz eines einfühlenden Miteinanders im Musizieren. Wir gehen bewusst einen "weiblichen" Weg im Musizieren, der Verbindungen zwischen den verschiedenen Traditionen schafft, Gegensätze umarmt und Begegnung ermöglicht.
So wächst unsere Musik immer wieder neu aus Freude am Austausch, an gegenseitiger Inspiration und Unterstützung. Auch das Publikum gestaltet in seiner jeweils spezifischen Art des Zuhörens und Mitgehens, die wir bewusst in unser Spiel aufnehmen, unser Konzert aktiv mit.
musizieren
Die Konzerte des Ensemble SHEN berühren mit den naturnahen Klängen der obertonreichen, zum Teil rau und windig klingenden Instrumente (Rebab, Ud, Ney, Dombra und Rahmentrommel). In den Improvisationen, die in die Klangräume traditioneller Tonleitern (Makam) entführen, zeigen sich deren individuelle Stimmungen im steten sich suchenden Annähern und wieder Verlieren der improvisierten Melodiestränge. Diese Form der Gleichzeitigkeit, in der zwei oder drei solistische Melodieinstrumente oder Stimmen erklingen, ist eine persönliche Weiterentwicklung der traditionellen Form und erfordert eine besonders hohe Achtsamkeit im musikalischen Austausch und eine große Konzentration auf das eigene innere Empfangen. In aller Bescheidenheit und Achtung steht hier der Versuch, sich dem anzunähern, was in der Sufitradition "Nahrung der Seele" (Giza-i Ruh) genannt wird.
instrumente

Die Lieder des Ensemble SHEN stammen aus unterschiedlichen Kulturen, Traditionen und Epochen des Orient und Okzident.
Bei aller Freude am Gelungenen geht es nicht um Perfektion. Es geht darum, sich der Kraft der Reibung hinzugeben, ebenso wie der Auflösung in der Harmonie und dem Sich-Wiederfinden im Einklang. Es geht darum, sich vom Klang berühren zu lassen. Dies geschieht vielleicht aus einer schmerzlich intensiven Kraft, aus einer inneren Wahrheit oder einer tief erlebten Sehnsucht heraus. Manches in unserer Musik bleibt brüchig, fragil, zittrig. Auch diese Ausdrucksformen sind, unter vielen, Erscheinungen des Lebendigen und können von Liebe getragen werden und den Weg weisen zur Freude.
lieder